Stammbaum Wurzeln vom Schwarzwald und Hegau

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Meine Heimatstadt - Furtwangen
November 3, 2014 - 1:14:06 a.m.

Vom Marktflecken zum regionalen Unterzentrum (Quelle: https://www.furtwangen.de/,Lde/startseite/Stadtinfo/stadtgeschichte.html )

Stolz feierte die Stadt Furtwangen am 5. Mai 1998 die Verleihung der Stadtrechte vor 125 Jahren. Mit dem Entschluß des Dorfes Furtwangen, Stadt zu werden, legte es den Grundstein für das “Modell Furtwangen”, wie es der designierte Wirtschaftsminister Jost Stollmann 1998 nannte. Generationen haben für den Erfolg Furtwangens eisern gearbeitet.

 

1873 war nicht das erste Mal, dass sich Furtwangen um die Stadtrechte bemühte. Schließlich hatte das Dorf 1833 bereits 2292 Einwohner und 1840 sogar 2470. Doch bisher waren die Versuche stets gescheitert, weil Furtwangen kein Rathaus hatte, obwohl höhere Verwaltungsebenen den Bau schon mehrfach angemahnt hatten. So war es in Freiburg bereits 1841 unangenehm aufgefallen, dass “trotz einem Steuerkapital von 730 000 Gulden Gemeindeversammlungen immer noch im Wirtshaus abgehalten werden und der Bürgermeister die Ratssitzungen in seiner Privatwohnung abhalten muss”. Das erforderliche Rathaus konnte dann endlich 1867 durch den Erwerb und Umbau des ehemaligen Gasthauses Adler vorgewiesen werden. Damit war der Weg vom “Marktflecken”, wie Furtwangen bis 1873 offiziell genannt wurde, zur Stadterhebung frei, die Großherzog Friedrich I. im Mai 1873 feierlich vollzog.

Seinen wirtschaftlichen Aufschwung verdankt Furtwangen der Uhr, die im 17. Jahrhundert den Schwarzwald erreichte und der Region im 18. Jahrhundert einen ungeahnten Aufschwung brachte. Ausdruck und Motor dieser Entwicklung war 1850 die Gründung der Uhrmacherschule. Ihr erster Rektor Robert Gerwig erlangte auch als Erbauer der Schwarzwaldbahn Berühmtheit. Anstoß zur Einrichtung der Uhrmacherschule gab der Gewerbeverein, dem die Stadt auch die Einrichtung der Sparkasse zu verdanken hat. Aus der Uhrmacherschule entwickelte sich die heutige Fachhochschule Furtwangen, Hochschule für Technik und Wirtschaft.

Furtwangen bemühte sich auch um den Handel durch die Errichtung von Märkten. Ein Wochenmarkt fand früh statt. Erstmals ist er für das Jahr 1686 belegt, dürfte aber wohl schon im 16. Jahrhundert stattgefunden haben. Nachweisbar sind Märkte in Furtwangen seit über 300 Jahren. Die Durchführung von Märkten ging jedoch nicht ohne vielfältigen Kampf mit den Nachbarstädten Triberg und Villingen ab, die sich auf ihre alten Privilegien beriefen. 1761 erhielt Furtwangen endlich von der Kaiserin Maria Theresia ein großes Privileg über den Frucht- und Obstabstoß nebst Genehmigung des schon seit 1636 bestehenden Barbara-Marktes. Auf diesem Wochenmarkt durften aber nur Auswärtige verkaufen. Damit auch Einheimische ihre Waren feilbieten konnten, kämpfte Furtwangen um weitere Rechte. In badischer Zeit nach 1806 gelang es es dem Dorf schließlich, einen allgemeinen Wochenmarkt und vier Krämermärkte durchzusetzen. Einen Rückschlag erlitt die Entwicklung Furtwangens durch die Feuersbrunst 1857, die einen Großteil der Häuser zerstörte. Danach wurde in Furtwangen eine eigenen Feuerwehr eingerichtet.

Nach der Stadterhebung 1873 setzte in Furtwangen die Industrialisierung durch die Uhrenindustrie ein. Große Firmen wie Baduf, Furtwängler und Siedle entstanden. Insgesamt stellten sie 2000 Arbeitsplätze bereit. Um die Jahrhundertwende steht die Furtwanger Industrie auf einem Höhepunkt. Die Verkehrsverhältnisse wurden durch die 1893 eröffnete Bregtalbahn verbessert. Auch im Schul- und Gesundheitswesen gab es Fortschritte. 1911 wurde die Friedrichschule als Zentralschulhaus erbaut und kurz nach der Jahrhundertwende nahm das Krankenhaus seinen Betrieb auf. Strom, Wasser und Gas waren nun auch keine Fremdworte mehr.

Die Jahrzehnte vor dem Ersten Weltkrieg waren durch die konfessionellen Auseinandersetzungen zwischen Römisch-Katholischen und Altkatholiken geprägt. 1875 wurde den Altkatholiken die Mitbenutzung der Stadtkirche genehmigt, was die Römisch-Katholischen zum Auszug und Neubau einer Notkirche bewog. Diese Spannungen wurden erst 1912 durch die Rückgabe der Stadtkirche beendet.

Auch in Furtwangen wurde der erste Weltkrieg mit Begeisterung aufgenommen. Er brachte der Industrie Rüstungsaufträge und damit einen gewissen Gewinn. Je länger er aber andauerte, desto trostloser wurde die Lage der Bevölkerung. Nach Kriegsende verschlechterte sich die wirtschaftliche Situation noch weiter durch die Kriegsheimkehrer. Der Übergang von der Monarchie zur Republik wurde im wesentlichen ohne große Auseinandersetzungen bewältigt. Man stellte sich wirtschaftlich um und erst mit der Inflationszeit und besonders durch die Weltwirtschaftskrise brach die Uhrenindustrie ein. Die Beschäftigtenzahl sank von über 2000 Personen 1923 auf 500 1932. Eine Abwanderungswelle war die Folge.

1930 wurden die Nationalsozialisten in einer Erdrutschwahl zweitstärkste Partei. Bei der Bürgermeisterwahl unterstützten sie den Zentrumskandidaten Dr. Karl Miltner, der nach der Machtübernahme ihrer Partei beitrat und eine nationalsozialistische Stadtpolitik betrieb. Der anschließende Zweite Weltkrieg ließ Furtwangen praktisch unzerstört. Doch die Stadt hatte mit Versorgungsschwierigkeiten zu kämpfen. Die kalten und langen Winter machten der Bevölkerung schwer zu schaffen.

Wirtschaftlich sind die Nachkriegsjahre bis zum 100jährigen Stadtrechtsjubiläum 1973 durch einen beispiellosen Aufschwung gekennzeichnet. Die bisher einseitige Ausrichtung der Industrie auf die Uhrenbranche wird durch eine Umstrukturierung hin zur Feinmechanik, Apparatebau und Elektroindustrie korrigiert. Unter Bürgermeister Hans Frank erhält die Industrie viele öffentliche Aufträge. Besonders die 60er und 70er Jahre sind von einer regen Bautätigkeit geprägt Neben der Planung und dem Bau neuer Siedlungen, regt hauptsächlich der Schulbau die Wirtschaft an. Die Friedrichschule war schon in den 50er Jahren für den wachsenden Bedarf an weiterführenden Schulen zu klein geworden. Das Progymnasium, heute Otto-Hahn-Gymnasium, wurde 1964 am Ilben neu gebaut und 1977 in den Oberen Bühl in einen Neubau verlegt. In die Gebäude am Ilben zog die dringend benötigte zweite Volksschule, die heutige Anne-Frank-Grundschule und Hauptschule am Ilben, ein. Die Uhrmacherschule, nach dem Krieg als Ingenieurschule wiedergegründet, nahm einen ungeahnten Aufschwung. In den 50er und vornehmlich in den 60er Jahren wurden die neuen Gebäude an der Gerwigstraße gebaut und bezogen. Ebenfalls ein Kind der 60er Jahre ist das heutige Krankenhaus, das bereits 1904 errichtet und nach dem Brand von 1927 neu aufgebaut wurde. Dem einzigen katholischen Kindergarten wurde in den Nachkriegsjahren ein weiterer katholischer und ein evangelischer Kindergarten hinzugefügt. Schließlich wurden in den Jahren 1971 bis 1973 die umliegenden Gemeinden Linach, Neukirch, Rohrbach und Schönenbach nach Furtwangen eingemeindet.

Die teils gezwungene Vereinigung mit den Stadtteilen, um die gesetzliche Eingemeindung zu vermeiden, entwickelte sich mit Furtwangen zu einer guten Partnerschaft. Die Eingliederungsvereinbarungen, die zu Anfang der Eingemeindung jeweils abgeschlossen worden waren, sind mehr als erfüllt.

Mit dem Bau des neuen Krankenhauses, des Rettungszentrums, der Sportstätten an der Breg, des Schulzentrums mit Sporthalle auf dem Oberen Bühl gelangte die Stadt an die Grenzen ihrer finanziellen Möglichkeiten. Dadurch war Konsolidierung in den letzten 22 Jahren angesagt, was auch weitestgehend gelang.

Der Schuldenstand des allgemeinen Haushalts der Stadt halbierte sich in den letzten 15 Jahren. Dank günstiger Steuereinnahmen Furtwangens konnte sich die steuerstärkste Stadt im Schwarzwald-Baar-Kreis dem Ausbau zentraler Infrastrukturmaßnahmen widmen. So modernisierte man die Wasserversorgung und in Neukirch und Schönenbach bereitet man Trinkwasser auf. Die Abwasserbeseitigung wird ständig modernisiert, die Kläranlage ist saniert, Schönenbach und Rohrbach an das Kanalnetz angeschlossen und Regenüberlaufeinrichtungen sollen innerorts das Kanalnetz entlasten, wobei der weitere Ausbau an den Fördermöglichkeiten des Landes hängt.

Die Flächennutzungsplanung für die nächsten Jahre ist weitestgehend abgeschlossen. Mehrere Baugebiete und fünf Gewerbegebiete wurden erschlossen. Bauland steht für eine gesunde Weiterentwicklung bereit. Um älter werdende Mitbürger am öffentlichen Leben teilnehmen lassen zu können, wurden Wohnangebote in der Innenstadt mit kurzen, verkehrssicheren Wegen geschaffen.

1987 leitete man die Sanierung der Innenstadt ein. Die Lösung der Furtwanger Verkehrsfrage erscheint kaum vorstellbar, da sie Lösungen in Erwägung zieht, die frühestens in 20 Jahren realisiert werden können. Eine entscheidende verkehrliche Maßnahme wurde mit der Mini-Ost-Tangente geschaffen, um den Verkehr aus der Innenstadt zu führen. Der Innenstadtbereich wurde verkehrsberuhigt. Mit der Stadtsanierung werden deutliche Akzente für die Zukunft gesetzt: Raum für Handel, örtliches Handwerk, Gastronomie und Fremdenverkehr. Damit soll Kaufkraft geschaffen und dem Abfluß der Kaufkraft durch gestiegene Innenstadtattraktivität Einhalt geboten werden. Die Innenstadt lädt zum Bummeln und Einkaufen ein.

Als Unterzentrum hat Furtwangen die Pflicht, die Innenstadt zu sanieren. Die reichlich vorhandenen Infrastruktureinrichtungen gilt es zu erhalten, teils zu sanieren und im Rahmen der Möglichkeiten auszubauen. Deshalb wird eine zukunftsweisende Grundstücks- und Baupolitik betrieben.

Statistics — Stammbaum Wurzeln vom Schwarzwald und Hegau

This family tree was last updated on August 31, 2019.

Individuals
Males
2,193
50.1%
Females
2,182
49.8%
Total surnames
Families
Sources
Media objects
Repositories
Total events
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Total users
8
Earliest birth year
1546
Latest birth year
2016
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Latest death year
2019
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Individual who lived the longest
102
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Average age at death
55
Males: 57   Females: 54
Average number of children per family
2.11
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